Sportfreunde spenden für „German Team“ 

Als unser Verein neue Trikots und Trainingskleidung anschaffen wollten, wurde die Spielermutter Johanna aufmerksam und fragte den Vorstand, was mit den alten Trikots passiere „Sportkleidung ist schwer abbaubar und belastet die Gewässer mit Mikroplastik, von daher ist es unverantwortlich, noch völlig intakte und gut erhaltene Kleidungsstücke nicht weiter zu nutzen.“ Sie wusste von einem Fußball-Projekt in Tansania und schlug vor, die Trikots dorthin zu spenden. Beim Vorstand des Vereins fand sie schnell Gehör, denn das kleine Lager im Vereinsheim beherbergte jede Menge Sportkleidung und Trainingsmaterial, welches sich über die Jahre angesammelt hat. Ein zusätzlicher Aufruf in der Elternschaft brachte nochmal weitere Spenden. Auch die € 130 für das Porto wurden gespendet, denn in Zeiten der Pandemie mussten die Pakete per Spedition nach Tansania kommen. 

Johanna hatte als Studentin ein Jahr in Tansania gearbeitet, ihr Interesse und ihre Begeisterung für Afrika blieben bis heute erhalten. Durch eine ehemalige Missionsschwester erfuhr sie von der Tansanierin Bether. Diese hatte in Berlin erfolgreich Sozialwissenschaften studiert und und gründete nach ihrer Rückkehr 2017 in Mbeya ein Hilfsprojekt, um den vielen Kindern zu helfen, die ihre Eltern durch Aids oder Cholera verloren haben. 

Sie sah, wie die Kinder nachmittags mit einer alten Puppe auf der Straße kickten und besorgte einen richtigen Ball. Sie sprach bewusst sozial benachteiligte Familien an und lud deren Kinder zum regelmäßigen Training ein. Zunächst kamen sieben Kinder und am nächsten Tag waren es schon 40. „Education for Sport“ war ihr Motto und aus dem Sport erwuchs soziales Verständnis. Füreinander da sein und nicht in ein Leben mit Arbeitslosigkeit, Armut, Drogen und Kriminalität rutschen. „Child Matters and Needs Foundation“ heißt ihr Projekt nun offiziell, das den Kindern Aufklärung zu Themen wie Aids und Drogen vermittelt, ihnen aber auch finanziell bei Anschaffung von Schulbüchern oder Uniform hilft. Ganz wichtig ist auch, dass die Kinder noch zusätzlich Essen bekommen. 

Mittlerweile gibt es eine feste Gruppe von 25 Kindern im Alter von 10 - 16 Jahren, die sich täglich ab 15h nach der Schule treffen. Durch Kontakte zur Universität können sie dort einen Rasenplatz nutzen, die Tore werden mit zwei Stangen abgesteckt. Für das Fußball-Training hat sich ein junger Mann gefunden, der in einem richtigen Verein spielt und ehrenamtlich hilft. Für das Wochenende organisiert der Trainer Freundschaftsspiele. 

Mit den neuen Trikots haben die Jungs auch schnell einen Namen bei den Eltern und Zuschauern erhalten: „German Team“ heißt es jetzt und alle sind froh über die Hilfe aus Deutschland, denn vor Ort ist Ausrüstung teuer und auch von schlechter Qualität. Auch 20 Paar Schuhe und viele Bälle haben den langen Postweg nach Mbeya ohne Verlust hinter sich und bedeuten hier sehr sehr viel. „Viele Kinder hatten bis dahin barfuß Fußball gespielt.“ berichtet Bether von den Anfängen des Projektes. 

Man möchte sie gerne spielen sehen, denn es heißt, viele der Jungs hätten Talent. Ein Junge ist schon zu einem „richtigen“ Verein gewechselt. Die Eltern haben sich bei Bether und ihrer Mutter bedankt. Wie überhaupt die Eltern für diese Arbeit dankbar sind. Bether ist stolz auf ihre Arbeit, mittlerweile arbeitet sie als Krankenschwester in Osnabrück. Die Arbeit vor Ort in Mbeya koordiniert ihre Mutter.„Über die Fotos von den fröhlichen jungen Fußballern in den SPORTFREUNDE-Trikots habe ich mich riesig gefreut.“ sagt Johanna, die mit Bether mittlerweile einen freundschaftlichen Kontakt pflegt. 

Die Trikots bleiben jeden Abend im Büro, damit keines der Kleidungsstücke verloren geht. Was bei uns im Überfluss vorhanden scheint, ist dort ein wertvolles und hilfreiches Gut. Sicher fehlt es noch an Schienbeinschonern und Torwarthandschuhen, auch das wird sich finden. Das Projekt behutsam auszuweiten ist Bethers nächster Plan. Auch der Vorstand von Sportfreunde Dominik Puhst ist angetan: „Es melden sich schon von alleine Eltern, ob wir wieder eine Spende für Tansania organisieren. Wir wollen das Projekt gerne und stetig unterstützen, eben mit unseren hilfsbereiten Mitgliedern.“ 

Sollte jemand mehr Informationen zu dem Projekt haben wollen, mag er sich bei Johanna per EMail unter tanzania@sfcw03.de melden.